LSC Oeventrop e.V.

Verein · Technik

Mit Sonnenstrom in den Himmel

Unsere Elektrowinde ESW-2B bringt die Segelflugzeuge leise und ohne Abgase in die Luft. Den Strom dafür erzeugen wir mit unserer eigenen Solaranlage am Platz.

Unsere Elektrowinde ESW-2B am Rand der Piste in der Sonne

Wer an einem Flugtag auf den Ruhrwiesen steht, hört beim Start vor allem eins: das Surren des Seils. Kein Dieselmotor, der warmlaufen muss, kein Abgasgeruch am Startplatz. Seit 2024 zieht bei uns eine elektrische Startwinde vom Typ ESW-2B die Flugzeuge in die Höhe – entwickelt und gebaut von der Ulbrich Industrieelektronik GmbH aus Weinbach in Hessen unter der Marke drive-tron.

So funktioniert der Windenstart

Beim Windenstart wird das Segelflugzeug an einem bis zu mehreren Kilometern langen Seil von der Winde am anderen Ende des Platzes eingezogen. Wie bei einem Drachen steigt das Flugzeug dabei steil nach oben und klinkt in einigen Hundert Metern Höhe aus. Ab dann ist der Pilot auf sich gestellt – und auf die Thermik.

Die Kraft dafür liefert bei uns ein Elektromotor mit über 200 Kilowatt Leistung. Die Winde regelt die Seilkraft automatisch und gleicht Windböen schnell aus. Das sorgt für gleichmäßige, sichere Starts, auch für unsere Flugschüler.

> 200 kW
Motorleistung
125 km/h
maximale Seilgeschwindigkeit
~1 kWh
pro Start mit dem Doppelsitzer
0 g
Abgase am Platz

Leise, sparsam, fast wartungsfrei

Ein Start mit unserem Doppelsitzer auf rund 400 Meter Höhe braucht laut Hersteller nur etwa 1 bis 1,2 Kilowattstunden – ungefähr so viel wie ein Waschgang. Damit der Motor die volle Leistung trotzdem abrufen kann, puffern Akkus in der Winde die Energie. Sie werden zwischen den Starts langsam nachgeladen.

Schon 1964 haben unsere Mitglieder ihre erste Startwinde selbst gebaut – damals mit Dieselmotor. Im Vergleich zu den Dieselwinden früherer Jahre merken wir den Unterschied vor allem hier:

  • Ruhe am Platz: Der Motor läuft nur, solange gezogen wird. Kein Warmlaufen, kein Leerlauf – das freut die Nachbarn, und der Funk ist besser zu verstehen.
  • Keine Tankfahrten: Kein Diesel, der zum Platz gebracht und gelagert werden muss.
  • Weniger Schrauben: Ölwechsel, Filter und Kupplung entfallen. Verschleißteile sind im Wesentlichen das Seil und die Akkus.
  • Mehr Sicherheit: Die automatische Seilkraftregelung und moderne Industrietechnik machen jeden Start gleichmäßig und gut beherrschbar.
Elektrowinde ESW-2B von der Seite: Lkw-Fahrgestell mit Windenaufbau und blauer FahrerkabineElektrowinde von hinten mit Seilführung, daneben der Windsack
Unsere ESW-2B: Windenaufbau mit Fahrerkabine auf einem Lkw-Fahrgestell.
Tragfläche eines Segelflugzeugs vor sonnigen Wolken
Von der Sonne getragen: Thermik ist nichts anderes als von der Sonne erwärmte Luft.

Fazit

Wir fliegen nachhaltig – von der Sonne hoch, von der Sonne getragen

Unsere Winde laden wir mit Strom aus der eigenen Solaranlage am Flugplatz. Damit wird schon der Start mit Sonnenenergie gemacht. Und oben übernimmt sie sowieso: Die Thermik, die unsere Flugzeuge über Stunden in der Luft hält, ist nichts anderes als von der Sonne erwärmte Luft.

So wird aus einem Segelflug ein Flug fast ganz ohne fossile Energie – und unser Verein ein Stück unabhängiger von Strom- und Dieselpreisen.

seit 2024
ist unsere Elektrowinde im Einsatz
E-Leppo & Buggy
auch Seilrückholung und Flugzeugtransport fahren elektrisch
100 % Sonne
beim Start aus der eigenen Anlage, in der Luft aus der Thermik

Technische Angaben laut Hersteller: Ulbrich Industrieelektronik GmbH (drive-tron), startwinde.de. Werte zum Energieverbrauch beziehen sich auf einen Doppelsitzerstart auf ca. 400 m Höhe.